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Dr. Willy Oggier Gesundheitsökonomische Beratungen AG

Dr. Willy Oggier Gesundheits- ökonomische Beratungen AG

Liebe Leserin, lieber Leser,

es mag Sie überraschen, dass ein Gesundheitsökonom das Editorial zu dieser Homepage schreibt. Fachlich war diese Anfrage sofort nachvollziehbar. Rückenleiden tun weh – nicht nur körperlich, sondern auch finanziell. Eine im Jahr 2005 erschienene Studie über chronische Schmerzen in Europa deutet darauf hin, dass der Rücken bei den Ursachen chronischer Schmerzen am meisten betroffen ist. Das gilt sowohl für die untersuchten europäischen Länder als auch für die Schweiz. Rückenleiden kosten unsere Volkswirtschaft und uns alle als Prämien- und Steuerzahler eine schöne Stange Geld. Eine Studie im Auftrag des Sportwissenschaftlichen Instituts in Magglingen schätzte die Kosten pro Fall für das Jahr 2000 auf über 1'850 Franken. Davon entfallen fast 740 Franken auf Behandlungskosten, der grössere Teil auf Arbeitsausfälle, geringere Arbeitsleistungen und im Extremfall Invalidvisierungen. In einer britischen Studie für das Jahr 1998 werden die gesamten Kosten als Folge von Rückenschmerzen auf 12.3 Milliarden Pfund beziffert. Eine analoge, von mir durchgeführte Schätzung für die Schweiz ergibt für das Jahr 2007 Gesamtkosten von über fünf Milliarden Franken. Und es beginnt schon früh: In den Vorsorgeuntersuchungen des Schulärztlichen Dienstes der Stadt Zürich beispielsweise gibt in der vierten Klasse jedes 100. Kind an, öfter an Rückenschmerzen zu leiden. In der Oberstufe ist es schon jedes 15. Kind. Wenn ein derart grosses Problem vorliegt, ist aus ökonomischer Sicht eine gründliche Analyse der Ursachen das Wichtigste, das es zu tun gilt. Erst danach können geeignete Strategien und Massnahmen ergriffen werden. Genau das will diese Informationsbroschüre. Sie stellt mögliche Ursachen von Rückenleiden aus unterschiedlichen Blickwinkeln dar. Sie räumt dabei auch mit geläufigen Vorurteilen wie z.B. «Wenn man nichts Körperliches findet, ist es psychisch!» auf. Die hier vorliegende Schrift zeigt vielmehr auf, dass es sich bei Rückenleiden um komplexe bis hochkomplexe Fälle handeln kann. Solche Fälle sollten daher auch interdisziplinär angegangen werden. Deshalb kommen auf den folgenden Seiten Fachleute unterschiedlicher Ausrichtungen zu Wort. Die Autoren wollen aufzeigen, wie wichtig eine gute Diagnosestellung möglichst von Anfang an ist. Dazu braucht es nicht nur den Arzt, sondern auch und gerade den Patienten. Deshalb wird nicht nur danach gefragt, was der Arzt für den Patienten (besser) tun kann, sondern auch was der Patient für den Arzt tun kann. Als Gesundheitsökonom wünsche ich mir, dass Patienten und Ärzte wichtige Impulse erhalten und dadurch nicht nur, aber auch bei Rückenleiden vermehrt am gleichen Strick, und dazu in die gleiche Richtung ziehen – zum Wohle des Patienten und zum Wohle unserer Volkswirtschaft. Stellen wir uns diesen Herausforderungen. Es lohnt sich hinzuschauen.

                                                           Dr. Willy Oggier,
                                                     Gesundheitsökonom