Stabilisation

Wenn der Rücken stabilisiert werden muss   

Wenn anhaltende, starke Rücken- oder Beinschmerzen auf alle herkömmlichen Behandlungen nicht ansprechen und auch ein einfacher chirurgischer Eingriff an der Bandscheibe nicht hilft, kommt eine Stabilisation der Lendenwirbelsäule in Frage.

Dr. med. Othmar Schwarzenbach, Rückenzentrum Thun

Dr. med. Othmar Schwarzenbach,
Rückenzentrum Thun

 

 

VON DR. OTHMAR SCHWARZENBACH

Damit eine solche Operation überhaupt Aussicht auf Erfolg hat, müssen folgende Voraussetzungen zwingend erfüllt sein.

  • Das Problem muss genau definiert sein. Entweder besteht eine Instabilität im betroffenen Bereich der Lendenwirbelsaäule, oder es ist wegen Wirbelgleiten oder Skoliose eine Stellungskorrektur notwendig.
  • Der Zusammenhang zwischen den Schmerzen und den Röntgenuntersuchungen muss klar sein. Man darf kein « Röntgenbild behandeln », ohne sicher zu sein, dass die Beschwerden auch von den sichtbaren Veränderungen herführen.
  • Der zu operierende Abschnitt der Wirbelsäule muss genauestens analysiert werden. Mit Spritzen in den betroffenen Bezirk oder einer röntgenologischen Darstellung der Bandscheibe testet man aus, woher die Schmerzen kommen. Gegebenenfalls kann der Patient zu Testzwecken auch mit einem äusseren Stabilisator für ein paar Tage ruhig gestellt werden.
  • Das persönliche Umfeld des Patienten muss vor dem Eingriff abgeklärt werden. Belastende Umstände wie schwerwiegende Beziehungs- oder Arbeitsplatzprobleme verringern trotz perfekt durchgeführter Operation die Erfolgsaussichten massiv.
  • Das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient muss stimmen.

Es gibt eine ganze Reihe von chirurgischen Verfahren zur Stabilisation, solche, die zu einer kompletten Versteifung des betroffenen Wirbelsäulensegmentes führen und solche, mit denen noch eine Restbeweglichkeit erhalten werden kann. Dabei werden ganz verschiedene Materialien verwendet, von Schrauben über Handscheibenprothesen bis zu komplexen Stangenfixationen. Häufig wird bei einem solchen Eingriff gleichzeitig der Rückenmarksraum erweitert, um für die Nerven mehr Platz zu schaffen. Für das Resultat ist nicht so entscheidend, welches Verfahren der Chirurg wählt. Das Operationsverfahren wird bestimmt durch die Erfahrung des Chirurgen, die Art des Problems, das Alter des Patienten (Osteoporose) und allfällig früher durchgeführter Rückenoperationen. Je besser und sorgfältiger der Patient über die Operation, ihre Erfolgsaussichten, über mögliche Komplikationen und über alternative Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt wird, desto grösser sind die Erfolgschancen und desto besser können allfällige Komplikationen aufgefangen werden.