FAQs

 

Wie wird ein Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule operiert?

Wichtigstes Ziel der Operation ist die Druckentlastung des Nervengewebes. Da die Bandscheibe im Körper den Nerven und dem Rückenmark vorgelagert ist, wird das Bandscheibengewebe in der Regel von einem vorderen Zugang aus entfernt. Dazu wird ein Hautschnitt seitlich vorne neben dem Kehlkopf durchgeführt. Diese Narben verheilen übrigens sehr gut, sodass nach einiger Zeit kaum mehr Spuren zu sehen sind.
Durch die vorsichtige Entfernung des ausgetretenen Teils der Bandscheibe werden die Nerven und das Rückenmark entlastet. Wenn nötig, können störende Knochenvorsprünge abgetragen werden. Wegen der Nähe zum zarten Nervengewebe wird dieser Teil der Operation häufig mit dem Operationsmikroskop durchgeführt.

Welche Alternativen gibt es zu diesem Standard-Verfahren?

Hinterer Zugang: Bei Patienten, bei denen ein vorderer Zugang aus anatomischen Gründen nicht möglich ist, kann in speziellen Fällen auch ein hinterer Zugang gewählt werden.
«Minimalinvasiv»: Dabei werden durch kleine Schnitte Instrumente zur Entfernung der Bandscheibe eingeführt.

Was passiert nach der Entfernung der Bandscheibe?

Die Entfernung der Bandscheibe erlaubt zwar eine sehr wirkungsvolle Druckentlastung der Nerven, hinterlässt aber einen Hohlraum. Es ist besser, diesen Defekt stabil zu überbrücken, zumal oft auch noch die Wirbelgelenke abgenützt sind. Für die Überbrückung verwendet man einen entsprechend zugeschnittenen Knochen vom Patienten selber, meistens vom Becken, oder ein geeignetes Knochenersatzprodukt. Um die Stabilität noch weiter zu verbessern, kann zusätzlich noch eine Knochenplatte eingesetzt werden. Auf diese Weise werden die beiden betroffenen Wirbel stabil miteinander verbunden. Wenn keine fortgeschrittene Arthrose vorhanden ist, kann in speziellen Fällen anstelle der Versteifung eine Bewegung erhaltende Technik angewendet werden. Dabei wird anstelle eines Knochenblocks eine künstliche Bandscheibe eingesetzt.

Arthrose im Bereich des ersten und zweiten Halswirbels?

Wie alle Gelenke im Körper können auch die Gelenke der Halswirbelsäule Abnützungserscheinungen aufweisen. Immer wenn die Schmerzen bewegungsabhängig sind, sollte man an eine mögliche Arthrose denken. Aber längst nicht alle auf dem Röntgenbild sichtbaren Arthrosen verursachen auch Schmerzen. Um das zu prüfen, macht man so genannte diagnostische Infiltrationen. Dabei wird ein Anästhetikum in die unmittelbare Nähe des betroffenen Gelenks gespritzt. Verschwinden die Schmerzen, hat man den Beweis dafür, dass die Arthrose und nicht irgendetwas anderes für die Schmerzen verantwortlich ist. Die wirksamste Behandlung ist hier die Versteifung. Dabei wählt man meistens einen Zugang von vorne, selten von hinten. Wenn die Indikation sorgfältig gemacht wird, ist eine deutliche Schmerzlinderung zu erwarten. Es kommt in aller Regel nicht zu einer sicht- oder spürbaren Einschränkung der Beweglichkeit. Hingegen besteht ein potentielles Risiko, dass die nicht versteifte Halswirbelsäule mit der Zeit überlastet wird.

 

Halswirbelprothese im seitlichen  

Halswirbelprothese im seitlichen  Röntgenbild.

Die Umfrage machte die Schulthess

Die Umfrage machte die Schulthess Klinik bei 154 Patientinnen und Patienten. Vorsicht: Jeder Patient hat seine eigene Krankheit. Diese Angaben sind deshalb nur Richtwerte.