Die Behandlung des "failed low back surgery syndromes"

Wenn etwas schiefläuft oder das «Failed low back surgery syndrome»   

Der Ausdruck «Failed low back surgery syndrome» bedeutet misslungene Rückenchirurgie. Das «misslungen» bezieht sich dabei selten auf die Qualität der angewandten chirurgischen Technik, sondern es bedeutet vielmehr, dass es mit der Operation nicht gelungen ist, die Schmerzen des Patienten zu lindern.
 

Etwa 15-25 Prozent aller Rückenoperationen führen wegen anhaltender oder wieder neu aufgetretener Schmerzen zu einem erneuten chirurgischen Eingriff, einer sogenannten Revision. Findet man trotz aufwändiger Suche jedoch keine ausreichende Erklärung für die Beschwerden, ist von einem weiteren Eingriff dringend abzuraten, da er meistens die Situation nur noch verschlechtert.

     Gründe für eine Revisions-Operation

  • Es besteht ein Problem im Nachbarsegment, weil es entweder übersehen wurde oder weil die Grundkrankheit weiter fortschreitet. Die Wirbelsäule ist mehrgliedrig, jedes Bewegungssegment ist eine eigenständige Einheit. Wenn der Abnützungsprozess weiter geht, kann er jederzeit auch andere Segmente der Wirbelsäule befallen. Meistens kommt es in solchen Fällen nach einem beschwerdefreien Intervall von ein paar Jahren zu einem Rückfall. Den Beweis dazu liefert das Röntgenbild oder eine Spezialabklärung. Bei sorgfältiger Abklärung, welche auch das persönliche Umfeld des Patienten miteinbezieht, ist das Resultat häufig gut.

Die Behandlung des «failed low back surgery syndromes»

Die beste «Therapie» ist die Verhütung: Grosse Zurückhaltung mit Operationen schon von Anfang an und das persönliche Umfeld der Patienten schon vor der ersten Operation berücksichtigen. Besteht kein ausreichender Grund für eine erneute Operation, muss die Schmerztherapie ausgebaut werden, wobei moderne Medikamenten Kombinationen, Schmerzpumpen, Rückenmarkstimulation sowie komplementäre Verfahren wie die Hypnose in Frage kommen. Entscheidend ist auch, die psychosozialen Probleme des Betroffenen anzugehen.

  • Es besteht ein Problem im behandelten Segment. Zum Beispiel eine Pseudarthrose. Dazu kommt es, wenn die Versteifung zu keiner Verknöcherung der behandelten Segmente geführt hat. Die Diagnose einer Pseudarthrose ist allerdings schwierig. Und nicht jede Pseudarthrose macht Schmerzen. Deshalb immer den ganzen Menschen im Auge behalten, vor allem auch sein berufliches und privates Umfeld. Möglich sind auch Probleme mit den Implantaten, zum Beispiel eine Verschiebung, Lockerung oder sogar ein Bruch des eingesetzten Materials. Der Bruch oder Lockerung einer Schraube ist häufig Hinweis auf eine Pseudarthrose. Kommt es im operierten Gebiet zu einer Infektion, bedeutet dies eine schwierig zu behandelnde Komplikation, die oft mehrere Revisionen erfordert.